SK Unterwasserarchäologie 1 im Schweriner See
15. Juli 2026
Vom 04. bis zum 07. Juni 2026 fand zum zweiten Mal der VDST-Spezialkurs Unterwasserarchäologie 1 am Schweriner See statt. Durchgeführt vom VDST-Umweltausbilder Elmar Klemm wurde das Kurskonzept stark den regionalen Anforderungen angepasst ist sehr auf praktische Anwendung ausgelegt: „Viele Kursteilnehmer schließen sich den folgenden Survey-Angeboten an. Deshalb ist es mir wichtig (so Klemm), sie von vornherein mit den Bedingungen der Ostsee und dunklen Seen vertraut zu machen.“ Die unmittelbare Nähe zu Kosie’s Dive Basis bietet da ideale Voraussetzungen.

Für den Spezialkurs waren acht wissenschaftsbegeisterte Taucher für vier Tage an den Schweriner See nach Mecklenburg-Vorpommern gereist. Den weitesten Weg hatte ein Teilnehmer aus Rheinland-Pfalz. Los gings im großzügigen Seminarraum mit einer theoretischen Lektion. Archäologische Grundlagen, historische Hintergründe, Rechtskunde und vor allem die Dokumentationsmethoden standen auf dem Plan. Die Orthogonal- und die Trilaterationsvermessung wurden anschließend an einem Stockanker auf dem Freigelände im Dryrun geübt.

Nach der aktiven Übungstätigkeit ging es als Ausgleich auf eine kleine Exkursion in das Landesamt für Kultur und Denkmalpflege nach Schwerin. Dort begrüßte Dr. Jens Auer die Gruppe in den nagelneuen Amtshallen in Sichtweite zum Schweriner Schloss. Auf einer Führung durch Depot und Werkstätten wurden seltene Fundstücke wie alte Kanonen präsentiert und erläutert, wie man diese Artefakte konserviert. Ein Vortrag über die Möglichkeiten in der ehrenamtlichen Denkmalpflege hat diesen exklusiven Besuch und damit den ersten Kurstag anschaulich abgerundet.

Aufgrund des praxisnahen Schwerpunktes des Kurses startete Tag Zwei gleich mit dem Tauchbetrieb. Jedes Team bekam ein Übungs-Wrack im Hausparcours von Kosie’s Tauchbasis am Schweriner See zugewiesen, an dem die gelernten Vermessungsaufgaben unter Realbedingungen trainiert wurden. Alle hatten Spaß am Arbeiten in einer authentischen Umgebung und freuten sich über zehn Meter Sicht.

Der Nachmittag gehörte den Fachreferenten. Der passionierte Unterwasserfilmer Jens-Uwe Lamm (uw-film.de) erläuterte mit jahrelanger Praxiserfahrung die Funktion von Action-Cams und High-End-Kameras. Mit der Formel der 5 Ws vermittelte er, wie entscheidend das Erstellen des richtigen Materials ist, wenn am Ende ein guter Film entstehen soll. Daran appelliert auch Tim Ollmann. Der Programmierer widmet sich mit viel Leidenschaft dem Thema Photogrammetrie. Da er schon in zahlreichen Forschungsprojekten mitgearbeitet hat, kann er den Ablauf einer 3D-Berechnung detailliert schildern und auf typische Anfängerfehler hinweisen.

Am dritten Tag starteten die Teams wieder direkt an der Tauchbasis. Insgesamt vier Boots-Ausfahrten standen auf dem Programm. Im See liegen zwei historische Lastensegler aus der Gründerzeit, sogenannte Kaffenkähne. Den Trainingsschwerpunkt bildeten an diesem Tag Videoaufnahmen und Photogrammetrie. Jedes Team sollte sich einmal an einer vollständigen 3D-Aufnahme probieren. Außerdem soll Videomaterial nach einer vorher entworfenen Filmidee erstellt werden. Bei rund 15 Metern Sicht in 20 Meter Tiefe machte das gleich doppelt Spaß. Noch während alle den Abend mit einer gemütlichen Grillparty auf der Tauchbasis ausklingen ließen, liefen die Rechner weiter, um aus Punktwolken die 3D-Grafiken entstehen zu lassen.

Der vierte und letzte Kurstag führte die Teilnehmenden wieder zurück in den Schulungsraum. Alle waren mit vollem Einsatz dabei und präsentierten die Projektarbeiten der vergangenen Tage. Zudem wollten alle wissen, wie es weitergeht. Im September findet ein jährlicher Dokumentations-Survey auf Fehmarn statt, bei dem Kursabsolventen historische Wracks untersuchen können. In diesem Rahmen wird auch der Folgekurs Unterwasserarchäologie 2 angeboten. Elmar bedanke sich bei den Teilnehmenden für einen großartigen Kurs für das rege Interesse und vier tolle Tage!

2027 geht es weiter am Schweriner See mit dem SK Unterwasserarchäologie 1.